Mittelstandsfinanzierungen und Kapitalmärkte

Der Markt für Mittelstandsanleihen zur Finanzierung des Wachstums hat in 2016 weiter an Attraktivität verloren und jetzt ein "Negativ-Image" erreicht. Die Hoffnungen, dass sich hier ein nachhaltiger Markt entwickeln könnte, haben sich zerschlagen. Schlagzeilen wie "Zersetzungserscheinungen bei Mittelstandsanleihen" unterstreichen dies! Die klassischen Finanzierungsmöglichkeiten vieler Mittelständler bei Banken haben sich dagegen in den letzten Jahren seit der Finanzkrise verbessert, obwohl neue Richtlinien dieser Entwicklung enge Grenzen setzen. Die Mittelständler haben darauf nachhaltig reagiert und ihre Eigenkapitalquote weiter gestärkt, um ihre Unabhängigkeit zu fördern. Eine weitere gute Möglichkeit hierzu bieten Finanzierungen entlang der Wertschöpfung, vor allem auch durch Exportfinanzierungen / Käuferfinanzierungen.

Kapital- und Finanzmarkt-Finanzierungen kamen leider durch oft von Beginn an schwache Emittenten in ein sehr schwieriges Umfeld. Dabei spielt schlechte Beratung vor und während des Emissions-Prozesses oft eine große Rolle! 

Inzwischen wird bereits von "Zersetzungserscheinungen bei Mittelstandsanleihen" (FINANCE 12.01.17) gesprochen. Damit dürften viele Hoffnungen zerstoben sein. Die Versuche, in den letzten Jahren, trotz der Probleme, gezielt einen Markt für Mini-Bonds zu entwickeln dürfte damit nur sehr begrenzt gelungen sein. Finance-Magazin vom 19.10.15: "FINANCE-Exklusiv: One Square Advisors plant neues Mini-Bond-Segment"

Nicht vergessen dürfen wir jedoch, dass viele mittelständische (Familien-) Unternehmen weiterhin sehr solide arbeiten und sich auch am Finanzmarkt sehr gut und nachhaltig finanzieren. Das wird auch dadurch unterstrichen, dass viele Firmen ihre Eigenkapitalquote weiter verbessert haben, um unabhängiger agieren zu können. (IfM 24.02.17)

Damit hat sich leider der negative Trend der letzten Jahre auch bis heute, Anfang 2017, weiterhin fortgesetzt:
ZeitOnline vom 18.06.15: "Junkfood für Anleger"
oder
Wirtschaftswoche vom 11.3.14: "Wie Mittelständler in hoch riskante Anleihen getrieben werden"
oder
FAZ vom 3.12.13: „Ratings von Mittelstandsanleihen fallen wie welkes Laub“
oder
FAZ vom 20.11.13: „Mittelstandsanleihen: Exodus vom Markt“ 


Und wie reagierten die mittelständischen Firmen?
Sie haben in den letzten Jahren kontinuierlich ihre Kapitalbasis verbessert und sind dadurch heute bei den Banken oft gesuchte Kunden für klassische Finanzierungen: "Höhere finanzielle Unabhängigkeit durch höhere Eigenkapitalquote" (IfM-Bonn, 19.01.16).
Neue Herausforderungen dürften sich durch den steigenden Investitionsbedarf auf Grund der Digitalisierung ergeben.

⇒ Lösungsvorschläge:

  • Mit gut strukturierten Finanzierungen und ihrer Bindung an die Wertschöpfung lassen sich zusätzliche Projekt- und Exportfinanzierungen entwickeln, die das Rating der Unternehmen positiv beeinflussen können. Damit verbessert man die Finanzierungsbasis des Unternehmens und die Möglichkeiten der Forderungsfinanzierung. Hier gibt es auch für den Mittelstand neue Möglichkeiten, da die AKA sich bei den Finanzierungsvolumen nach unten weiter geöffnet hat.
  • Private Equity Finanzierungen zur nachhaltigen Stärkung  innovativer Wachstumsunternehmen über die Kapitalbasis und über das Einbringung von Branchen- und internationalem Management- und Markt-Know-how (⇒ Investoren ⇒ Private Equity)
    und
  • mittelfristig die Entwicklung neuer "Financial shared Services" zur Betreuung und Beratung des Mittelstandes bei Kapital- / Finanzmarkttransaktionen entlang des gesamten "Finanzierungs-Lifecycles" mit zertifizierten Qualitäts-Leistungen.